Kurz zusammengefasst: Bei Roblox kann Helmit heute die Zeit begrenzen und die App sperren, die Chats selbst aber nicht prüfen. Auf Android bekommen wir das über das Gerät hin, auf dem iPhone lässt Apple es nicht zu. Für den PC, wo viele Kinder Roblox am liebsten spielen, bauen wir gerade einen eigenen Gaming-Schutz. Parallel setzen wir uns in Brüssel dafür ein, dass auch Roblox Eltern einen offiziellen Weg geben muss.
Warum Roblox
Roblox ist kein einzelnes Spiel, sondern eine Plattform mit Millionen von Welten, die Nutzer selbst bauen. Für viele Kinder ist es der erste Ort im Internet, an dem sie sich verabreden und mit anderen treffen, oft Jahre vor dem ersten Messenger. Gespielt wird auf dem Handy, dem Tablet, der Konsole und sehr oft am PC.
Drei Dinge machen Roblox für Eltern schwer einzuschätzen:
- Es wird gechattet, auch mit Fremden. In fast jeder Welt läuft nebenbei ein Chat. Roblox filtert automatisch mit, aber jedes Kind kennt die Tricks, mit denen sich ein Filter umgehen lässt.
- Es geht um echtes Geld. Robux werden mit echtem Geld gekauft, und "kostenlose Robux" ist der häufigste Köder überhaupt, für Betrug und für gestohlene Konten.
- Die Inhalte kommen von Nutzern. Neben Millionen harmloser Welten gibt es Nachbauten, die durch die Moderation rutschen, von Casino-Simulationen bis zu Welten mit eindeutig sexuellem Inhalt.
Dazu kommt ein Muster, das wir gut kennen: Der Kontakt beginnt im Spiel, und schon nach kurzer Zeit kommt der Vorschlag, doch auf Discord, Snapchat oder WhatsApp weiterzuschreiben. Ab da liest keine Moderation mehr mit. Genau dort setzt Helmit heute schon an, denn Discord und WhatsApp prüfen wir mit.
Was Helmit für Roblox können soll
Wir wollen nicht mitlesen, was dein Kind beim Spielen schreibt. Roblox ist für viele Kinder ein Ort zum Spielen mit Freunden, und der soll das auch bleiben.
Was wir wollen, ist eine Warnung in genau den Momenten, die zählen:
- wenn ein fremder Spieler Kontakt sucht und das Gespräch persönlich wird,
- wenn jemand versucht, dein Kind auf Discord, Snapchat oder WhatsApp zu ziehen,
- wenn es um Robux geht, um Geschenke oder um Bezahlung,
- wenn dein Kind beleidigt, bedroht oder gezielt ausgeschlossen wird,
- wenn Welten gespielt werden, die für sein Alter nicht gedacht sind.
Nicht alles sehen, sondern rechtzeitig Bescheid wissen. Genau so arbeitet Helmit heute schon bei WhatsApp, Signal und Discord.
Was wir versucht haben
Bei WhatsApp und Signal funktioniert Helmit, weil diese Apps etwas anbieten, das Roblox nicht hat: Man kann ein zweites Gerät mit demselben Konto verbinden. Das ist eine offizielle Funktion dieser Apps, und genau darüber läuft unsere Analyse, mit Zustimmung und ohne Tricks.
Roblox hat nichts Vergleichbares. Kein zweites Gerät, keine Schnittstelle für Eltern, keinen offiziellen Weg zu den Chats. Die Elterneinstellungen von Roblox zeigen dir, wie lange gespielt und wie viel ausgegeben wurde, aber nicht, mit wem dein Kind worüber geschrieben hat. Die Schnittstellen, die Roblox anbietet, richten sich an Entwickler von Spielen, nicht an Eltern.
Dazu kommt ein Punkt, der wenig bekannt ist. Bei Instagram und TikTok hilft uns die europäische Regulierung: Diese Konzerne sind verpflichtet, Daten herauszugeben. Für Roblox gilt diese Pflicht nicht, weil Roblox als kleinerer Anbieter eingestuft wird. An dieser Stelle ist es also kein technisches Problem mehr, sondern ein politisches, und genau deshalb sind wir in Brüssel aktiv.
Bei Helmit fangen wir immer bei der Frage an, was möglich wäre, und nicht bei der Frage, was üblich ist. Wir probieren jeden Weg durch, auch die, bei denen andere früh abwinken, und wir hören erst auf, wenn wirklich keiner mehr übrig ist. Manchmal kommt dabei ein Zugang heraus, den vor uns niemand hatte, so wie bei Instagram. Und manchmal kommt dabei heraus, dass es auf einem Gerät wirklich nicht geht. Beides schreiben wir hier auf.
Bei Roblox haben wir alles probiert. Kein Weg führt zu etwas, das zuverlässig läuft und das wir guten Gewissens anbieten würden.
Am Erkennen liegt es dabei nicht. Unsere Analyse läuft bei WhatsApp, Signal und Discord jeden Tag und findet genau die Muster, um die es bei Roblox geht, von Grooming über Betrug bis Mobbing. Es fehlt nicht die Technik, es fehlt der Zugang.
Der Haken: das iPhone
Auf Android bekommen wir das hin. Dort dürfen wir direkt am Gerät ansetzen, also an der Stelle, an der die Nachricht deinem Kind angezeigt wird, und genau daran arbeiten wir gerade. Wenn es soweit ist, steht es hier und du bekommst in der App Bescheid.
Auf dem iPhone gibt es diesen Weg nicht.
Apple erlaubt es keiner App, in eine andere App hineinzusehen. Jede App läuft in ihrem eigenen abgeschlossenen Bereich. Das ist keine Einstellung, die sich umlegen lässt, sondern das Fundament, auf dem iOS gebaut ist, und es gilt für alle gleich, auch für uns. Deshalb können wir auf dem iPhone Apps sperren und begrenzen, aber nicht in sie hineinsehen.
Ausblick
Drei Dinge tun wir.
Roblox auf Android fertig machen. Der Weg über das Gerät funktioniert grundsätzlich, jetzt geht es darum, dass er im Alltag zuverlässig läuft.
Einen Gaming-Schutz für den PC bauen. Ein großer Teil der Roblox Zeit läuft nicht auf dem Handy, sondern am Computer, und dort gelten andere Regeln als auf dem iPhone. Am PC können wir deutlich mehr, und genau das nutzen wir. Der Gaming-Schutz kommt als Nächstes und nimmt sich die Stellen vor, an denen auf dem Handy die Tür zu ist.
In Europa Druck machen. Wir sind mit der Europäischen Kommission im Gespräch, weil wir es für falsch halten, dass große Plattformen selbst entscheiden dürfen, ob Eltern einen offiziellen Weg bekommen oder nicht. Bei Instagram und YouTube hat die EU bereits durchgesetzt, dass Daten herausgegeben werden müssen. Genau dort setzen wir auch für Spieleplattformen an. Das dauert, aber es ist die einzige Lösung, die am Ende für alle Familien gilt und nicht nur für die mit dem richtigen Gerät.
Was du heute schon einstellen kannst
- Zeitlimit setzen und nachts sperren: In der Helmit App unter Familie, Kind auswählen, App-Zeitlimits. Roblox hat kein natürliches Ende, deshalb ist ein festes Limit hier besonders wirksam.
- Elternkonto mit Roblox verknüpfen: Roblox bietet Elterneinstellungen, die mit einer PIN geschützt sind. Damit kann dein Kind die folgenden Punkte nicht einfach wieder zurückstellen.
- Chat einschränken: In den Roblox Einstellungen unter Datenschutz festlegen, wer deinem Kind schreiben darf. Für jüngere Kinder ist "niemand" oder "nur Freunde" die richtige Antwort.
- Altersfreigabe begrenzen und Ausgaben deckeln: In den Elterneinstellungen lässt sich festlegen, welche Altersstufe an Welten erlaubt ist und wie viel Geld pro Monat höchstens ausgegeben werden darf.
- Über den Wechsel auf andere Apps sprechen. Der wichtigste Satz ist nicht "spiel weniger", sondern: Wenn dich jemand aus einem Spiel heraus bittet, auf Discord oder Snapchat weiterzuschreiben, sag mir Bescheid. Genau an dieser Stelle beginnt fast jeder Fall, von dem wir hören.